Die Porträtfotografie von Raimund Verspohl

Porträtfotografie Raimund Verspohl

In Raimund Verspohls Porträtfotografie zeigt sich der Mensch nicht in der Pose. Er zeigt sich im Zwischenraum. Da, wo er für einen Moment vergisst, was er darstellen soll. Hier begegnen wir daher Blicken, die nicht gefallen wollen. Händen, die sich nicht zur Geste verstellen. Die Zeit steht dabei nicht still. Sie lehnt sich nur kurz an, müde vom Alltag.

Die Porträtierten sind also keine Figuren einer inszenierten Welt. Sie sind vielmehr Reisende im Moment. Gestrandet zwischen dem, was sie zeigen sollen, und dem, was sie wirklich sind.

Seine Bilder strahlen deshalb eine natürliche Selbstverständlichkeit aus. Unaufgeregt, doch mit feinem Gespür für Inszenierung. Für Business Fotos genauso wie für Fine Art. Eine fortwährende Auseinandersetzung mit der Frage, was es bedeutet, wirklich gesehen zu werden. Ein Blick hinter die Fassaden, in jene seltenen Momente, in denen wir einfach wir selbst sein dürfen.

Die Kamera ist dabei nicht höflich. Sie fragt nicht nach der schönen Seite. Sie hält stattdessen fest, was bleibt, wenn der Vorhang fällt. Ein Lächeln, das nichts verkauft. Ein Blick, der nicht überzeugen will, sondern erzählt. Nähe, Distanz. Verloren sein. Schwäche. Stärke. All das gleichzeitig und stimmig, wie zum Beispiel auch in der GRAUTON-Serie.

Anfänge in der Fotografie

Erste berufliche Praxis erwarb Raimund am Theater im Pumpenhaus in Münster, 1987 bis 1988. Anschließend arbeitete er als Computergrafiker und Dozent für Animation in München. Auf eine Festanstellung in einer Werbeagentur folgte 1992 die freiberufliche Tätigkeit als Grafikdesigner. 1996 bis 1997 lebte und arbeitete er zudem in Jakarta, Indonesien. Nach seiner Rückkehr begann er sich, neben dem Design, ebenfalls der Porträtfotografie zu widmen.

Der Weg zur Porträtfotografie

Sein Weg führte ihn also vom Grafikdesign zur Porträtfotografie. Von der Betrachtung äußerer Formen zur Erforschung innerer Welten. Folglich: die Suche nach Authentizität, nach dem, was hinter dem sichtbaren Ich steckt.

Philosophie und Arbeitsweise in der Porträtfotografie

Raimund steht selbst nicht gerne vor der Kamera. Deshalb versteht er, wie es sich anfühlt. Seine Begegnungen kommen ohne Erwartungen aus. Vorurteile sind okay, solange man bereit ist, sie zu hinterfragen. 

Raimund Verspohl wurde 1962 in der Nähe von Münster geboren und wuchs in ländlicher Umgebung auf. Nach dem Abitur studierte er von 1981 bis 1987 an der Fachhochschule Münster Kommunikations- und Grafikdesign.

 

Seine Gabe, zuzuhören und die richtigen Fragen zu stellen, ermöglicht ihm daher, echte und unvorhersehbare Momente zu zeigen.

Reflexion: Was Porträtfotografie bedeutet

Raimunds Porträtfotografie ist schließlich auch eine fortwährende Selbstreflexion. Sie fragt kontinuierlich, was es bedeutet, wirklich gesehen zu werden. Ein Blick hinter die Masken, in die Momente, in denen wir sie fallen lassen können. Melde dich, wenn du bereit bist.