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KI, KI und nichts als KI. Wer hätte gedacht, dass die Künstliche Intelligenz in kürzester Zeit unser ganzes Leben verändert und somit ein ständiges Gesprächsthema ist, außer dem es kaum ein anderes zu geben scheint?
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Die Frage „Was ist Kunst?“ beschäftigt uns hingegen schon viel länger. Eine Frage, sicher so alt wie die Menschheit. Neu ist, dass die KI hier eine neue Ebene einzieht. Ein jeder von uns darf seine Antwort noch mal überdenken.
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Ausgabe 7 / Kunst kommt von ...
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... Können ist keine Kunst
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„Kunst kommt von können." Wohl eine der häufigsten Antworten auf die Frage, was ein Werk können muss, um Kunst genannt werden zu dürfen.
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Wann ist Kunst Kunst? Wie definiert sich ein künstlerischer Wert? Was für einen Unterschied macht es, wie viel Menschliches und wie viel Maschinelles involviert ist?
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Die Erinnerung
Gerhard Richter. Der Mann, der ein Foto abgemalt und dann verwischt hat. Mit dieser einen Geste hat er die Frage gestellt, die seither niemand beantworten konnte: Was sehen wir eigentlich, wenn wir ein Bild sehen? Das Motiv? Die Technik? Die Erinnerung? Oder nur unseren eigenen Wunsch, etwas zu erkennen?
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Ein Bild, das erinnert, muss nie stattgefunden haben
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Als ich eine Matrosin aus meinem echten Foto an den Strand bringen wollte, bat ich die KI Nano Banana, das zu tun. Das Fotostudio liegt vom Meer leider viel zu weit entfernt, als dass das innerhalb derselben Session am Nachmittag fotografisch zu bewerkstelligen gewesen wäre.
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Die entstandene Strandszene habe ich dann noch auf Retro-Postkarten-Look gebracht. Et voilà. Das Bild berührt mich. Der Wind, das Wasser, ich fühle es ... erinnere ich mich?
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Kontext und Gefühl
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Meine rationale Seite lässt nicht lange auf sich warten. Ja, aber — ja, aber WAS? Ist das Bild nicht echt, keine Kunst? Und wenn ein Bild eine Emotion erzeugt: Verliert es dann an Wert, weil eine KI beteiligt war?
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Kein KI-Bild entsteht ohne Impuls, Auftrag und Idee eines Menschen. Der Mensch bleibt im Prozess, jedenfalls noch bis März 2026. Er hat nur das Werkzeug gewechselt. Das Werkzeug hat sich immer verändert: Pinsel, Kamera, Algorithmus.
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Duchamp stellte 1917 ein Urinal in eine Galerie. Die Empörung war das Werk. Der Kontext hat entschieden. Damals wie heute.
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Halt, Halt, Halt, Halt, Halt!
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Das Foto zeigt mich als Zehnjährigen, im VW Käfer meines Vaters.
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Der Mensch ist für so hohe Geschwindigkeiten gar nicht geeignet
Das war der allererste Satz, den mein Fahrlehrer am allerersten Abend sagte. Fängt ja gut an, dachte ich mir.
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Warum drehen sich meine Gedanken heute wieder um diesen Satz? Na klar, wegen der Künstlichen Intelligenz.
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KI erledigt in Minuten oder gar Sekunden, was mich früher Stunden gekostet hat. Texte, Recherchen, Bildideen. Ich spare Zeit. Und zwar so viel wie nie.
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Freizeit?
Nein. Für meinen Teil muss ich sagen: Das Zeitsparen durch KI stresst mich. Ja. Und das ist neu. Ich habe neuerdings immer das Gefühl, noch schneller noch mehr Sachen machen zu müssen. Ich bin nur noch verantwortlich für die Beschleunigung der Beschleunigung. Ein Reflex. Ein Impuls. Kein Zwang von außen.
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Ich wünschte, ich könnte einfach nur hier sitzen
Nichts lesen, nicht spazieren gehen, einfach nur sitzen. Ich muss mich zusammenreißen, Claude & Co. nicht unentwegt zu beschäftigen. Dabei ist Langeweile nichts Böses. In meiner Kindheit war sie normal. Und das Beste passierte oft genau dann: Wenn nichts los war, fing der Kopf an zu arbeiten. Weil er Platz hatte. Einfach so. Heute weiß ich: Langeweile ist eine wichtige, treibende Kraft für unsere Kreativität.
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Aber zurück zur Geschwindigkeit
Gesparte Zeit ist wie gespartes Geld beim „2 für 1"-Angebot. Zack, schon wieder weg. Mit jedem Effizienzgewinn wächst die Erwartung: Wenn ich jetzt schneller kann, muss ich dann nicht auch mehr schaffen?
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Schneller können heißt mehr müssen. Mir fehlt die Langeweile
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Das ist der Mechanismus, den niemand bestellt hat. Die Tools werden mächtiger, der Druck wächst mit. Niemand verlangt es. Ich verlange es von mir selbst. Weil ich weiß, dass es schneller ginge. Und dieses Wissen lässt mich nicht in Ruhe.
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Was ich verlernt habe: Nichtstun. Langeweile aushalten. Genießen sogar. Dem Moment, in dem nichts passiert, seine Berechtigung lassen. Stattdessen der Reflex, jede gewonnene Minute sofort neu zu investieren. Als hätte ich Schulden bei mir selbst.
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Mein Fahrlehrer hatte recht.
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Kraftorte und ihre Symbole
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Historischer Förderturm des ehemaligen Bergwerks Hausham
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Hiermit ernenne ich den Betonförderturm des stillgelegten Bergwerks Hausham zu meinem Symbol für einen vor Kurzem entdeckten Kraftort.
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Im ehemaligen Pförtnerhaus des Bergwerks von Hausham entstand 2021 dieser für mich heute so besondere Ort. Ein Kraftort. Ich komme an und spüre gleich, wie ich zur Ruhe komme. Frei und konzentriert.
Ich habe bereits einen Lieblingsplatz in der Manufaktur, von dem aus ich die Spitze vom Förderturm sehen kann. Hier habe ich zum ersten Mal Menschen persönlich für diesen Newsletter angeschrieben, der auf ein weit größeres Interesse traf als erhofft. Die komplette Ausgabe 4 ist an einem weiteren konzentrierten Nachmittag in der Manufaktur entstanden.
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Die Magie der Rituale
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Ich sehe auf den Turm. Und weiß sofort wieder, warum ich herkomme.
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Immer derselbe Tisch. Immer leer. Dieser eine Platz gibt mir Struktur und Fokus.
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Dass hier gleich beim ersten Mal etwas Gutes entstand, gibt dem Ort eine eigene Kraft.
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KI Bilder auf der Grundlage von urheberrechtlich geschützten Fotos?
Zeit die AGB wieder mal anzuschauen
Eine Kollegin fragte mich diese Woche, wie ich damit umgehe, wenn Kunden aus meinen Fotos KI-Bilder machen. Gute Frage. Hatte ich noch gar nicht auf dem Schirm! Von mir kommt erst mal keine Bewertung, sondern nur ein Hinweis: Wer fotografiert, wer fotografiert wird, und wer beides in Auftrag gibt: Alle sollten sich ansehen, was in den jeweiligen AGB dazu steht. Oder eben nicht steht.
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Ich habe natürlich die KI gefragt, was sie dazu im Netz aktuell findet
Claude sagt: „Das OLG Hamburg hat im Dezember 2025 entschieden, dass Fotografen die Nutzung ihrer öffentlich zugänglichen Bilder für KI-Trainingsdatensätze grundsätzlich dulden müssen — sofern kein maschinenlesbarer Opt-out vorliegt. Ein normales AGB-Verbot reicht dafür nicht aus. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig, der BGH wird entscheiden.
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Für die direkte Kundenbeziehung gilt das Gegenteil. Hier besteht ein Vertrag, und damit eine völlig andere Ausgangslage. Das Urheberrecht verbleibt beim Fotografen. Nutzungsrechte decken nur ab, was ausdrücklich vereinbart wurde. Die KI-gestützte Weiterverarbeitung eines Fotos ist rechtlich als Bearbeitung einzustufen — und Bearbeitungsrechte müssen explizit eingeräumt werden. Wer sie nicht einräumt, muss sie nicht extra verbieten. Sie sind schlicht nicht erlaubt.
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Eine AGB-Klausel, die das KI-Verbot benennt, schafft also keine neue Rechtslage — sie macht die bestehende für Kunden lesbar. Das ist ihr eigentlicher Wert: nicht juristisch, sondern kommunikativ.“
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Mehr dazu in zukünftigen Newsletter-Ausgaben.
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Seit ein paar Tagen online — FRAG RAYHEN
Mein KI-Assistent beantwortet alle Fragen rund um die Porträtfotografie. Naja, soweit ich es ihm beigebracht habe. Und das war bisher der aufwendigste Teil. Eine Sammlung an Erfahrungen, Erkenntnissen, Tricks, Kunden-Feedbacks und, und, und ... Auf all das stützt sich mein Assistent.
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Ein paar Testkandidaten und ich haben ihn bereits getestet. Ganz wohlwollend aber auch richtig fies und gemein. Obwohl er noch beta, also sehr jung ist, hat er sich wacker geschlagen.
Magst Du ihn ausprobieren? Würde mich freuen. Gerne mit Feedback. DANKE!
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GESCHLOSSEN WEGEN UMBAUARBEITEN
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Aufgrund von Bauarbeiten bleibt das Museum für Fotografie bis zum 15. April 2026 geschlossen.
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Die Helmut Newton Foundation zeigt ab dem 24. April die neu-inszenierte Dauerausstellung Intermezzo. Revisiting Helmut Newton im Erdgeschoss und am 4. Juni 2026 beginnen die neuen Ausstellungen Rooms/Stages und Helmut Newton's One/Off Album.
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Bis zum nächsten Mal
Ausgabe 8, April 2026 — Business unusual: Was ist ein Business-Foto? — Kreativität: Was ist Kreativität?
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Ich freue mich über Dein Feedback. Schreib mir gerne oder ruf mich gerne an. Vielen Dank für Dein Interesse.
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