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Hereinspaziert in die Ausgabe 3. Diesmal geht es unter anderem um das Recht am eigenen Bild im Zusammenhang mit generativer KI. Los geht’s!

Ausgabe 3 / Du sollst nicht abbilden

Was uns gehört

Das Recht am eigenen Bild – oder besser: an der eigenen Identität?

Wer das Bild eines Menschen per KI-generiert, formt ein digitales Phantom. Was passiert, wenn das KI-Bild nicht mehr von einer Fotografie zu unterscheiden ist und niemand sagen kann, ob ich das bin oder eine exakte Kopie von mir?

Bisher stellte das Recht am eigenen Bild eine einfache Regel auf: Niemand darf mich zeigen – also abbilden – ohne meine Erlaubnis. Doch mit künstlicher Intelligenz kommt eine neue Ebene ins Spiel. Unser digitaler Zwilling wirft nun auch juristisch neue Fragen auf.

Digital Services Act (DSA)

Im Digital Services Act geht es darum, Täuschung zu vermeiden. Hier wird gesetzlich vorgeschrieben, dass und wie KI-generierte Inhalte gekennzeichnet werden müssen.

Dänemark erklärt das Ich zum Original — ein Sonderweg

Ein KI Bild, das Raimund zeigt
Dänemark schlägt nun einen bemerkenswert radikalen Schritt vor: Jeder Mensch soll das Urheberrecht an seiner eigenen Erscheinung erhalten. Stimme, Mimik, Körperhaltung etc. als geistiges Eigentum. Ein gesetzlicher Schutz gegen Deepfakes, die ohne unsere Erlaubnis in Umlauf geraten.

Was wie Science-Fiction klingt, ist ein konkreter Gesetzesentwurf. Und eine Antwort auf die Frage: Wem gehört eigentlich das digitale Ich?
Während die USA auf Meinungsfreiheit pochen und Europa sich zwischen Datenschutz und Kunstfreiheit windet, erklärt Dänemark: Das Original steht über der Simulation.

Ein stilles Plädoyer für die Menschenwürde im Digitalen

Ob der dänische Ansatz Schule macht? Ob ein Gesetz reicht? Schwer zu sagen. Ich mag nicht so recht daran glauben. Vielleicht aber ist es eine Chance, Bildrechte nicht länger als in der Praxis wenig ernst genommene juristische Literatur zu behandeln, sondern sie als Teil der Menschenrechte zu begreifen – erweitert ins Digitale.

Auflösung und Making Of

Das erste oder das zweite? Welches Bild zeigt die echte Janina – und welches ihren digitalen, KI-generierten Zwilling? Das war die Frage in Ausgabe 2. Hier kommt die Auflösung.
Mehr noch: Ich verrate, wie Janinas Zwillingsschwester entsteht.
Ein Porträt von Janina. High-key. Im Fotostudio entstanden
Ein Porträt von Janina. KI. In Midjourney gemacht

Schritt 1

Das Original (erstes Bild) gebe ich sowohl ChatGPT als auch Midjourney als Vorgabe per Datei Upload. Chat soll es mir so detailliert wie möglich beschreiben. Midjourney speichert es als visuelle Vorlage. Die URL zur gespeicherten Datei, kommt in Schritt 2 innerhalb des Prompts zum Einsatz.

Schritt 2

ChatGPT weise ich an, mir einen prompt für Midjourney zu schreiben. ChatGPTs Output lautet folgendermaßen:

/imagine: a portrait of a woman with long straight medium brown hair, bright blue eyes, and vivid red lipstick, mouth slightly open showing a hint of teeth, wearing a black off-shoulder top with a deep V neckline, standing against a bright white studio background, photographed with soft even front lighting, cinematic fine art portrait style, confident and sensual expression, sharp focus on eyes and lips, 85mm lens bokeh, natural skin texture, professional editorial portrait --oref https:$originalPICTURE --ow 200 --ar 4:5
4 Varianten von Janinas Porträt. KI. In Midjourney gemacht
Janina in Business Outfit. KI generiert

Midjourney macht zu einem Prompt vier Vorschläge

Midjourney macht aus dem von ChatGPT erstellten Prompt vier Bilder. Jedes einzelne davon kann ich auswählen und weiterverarbeiten, wie zum Beispiel in einer höheren Auflösung generieren lassen.
Darüber hinaus kann ich auf Basis der gespeicherten Vorlage, der Original Janina nun weitere Motive entwickeln. Janina mit Brille, im Business Look zum Beispiel.

Mit präzisen, ausführlichen Prompts kann ich aus jeder geeigneten Bildvorlage eine konsistente Bilderserie generieren lassen.
KI generierte Fotostrecke „Raimund“.

Skills und Fortune — Finden ohne Suchen.

grauton #00012 bridal fashion model in an old nursery
Ich liebe die Fotografie aus vielerlei Gründen. Hier möchte ich mal einen hervorheben. Das Geschenk des Augenblicks.
Außergewöhnliche Motive die zu mir kommen, ohne dass ich sie gesucht oder beabsichtigt hätte. Wie zum Beispiel während eines Shootings für eine Brautmoden Designerin. Mehr dazu hier ...

Noch bis zum 22.02.2026 im Kunstfoyer:

Helmut Newton. Polaroids

15.10.2025 - 22.02.2026. Am Thierschplatz 6 im Lehel, wo das Kunstfoyer der Versicherungskammer Bayern in München vorübergehend beheimatet ist, werden Helmut Newtons Polaroids gezeigt.

Bis zum nächsten Mal

Ausgabe 4, Dezember 2025 — Kann man nicht beschreiben. Muss man erleben. Wie ich durch ein Filmporträt erst richtig verstand, warum Peter Lindberghs Porträtfotos so sind wie sie sind.
PHOTOGRAPHER — Die spannende ARTE Doku über Fotografen und Fotografinnen. Et cetera.

Ich freue mich über Dein Feedback. Schreib mir gerne oder ruf mich gerne an.

Vielen Dank fürs Lesen.